Wenn das Wetter in Deutschland nicht mitspielt, müssen wir eben nach Italien. Gesagt, getan. Denn das ist das schöne am Campen, wir fahren eben dort hin wo es uns gefällt und das Wetter gut ist. Bei der Auswahl der zahlreichen Campingplätze am Gardasee ist es gar nicht so einfach „den Richtigen“ zu finden. Darum gibt es jetzt einen kleinen Erfahrungsbericht über den 5-Sterne-Campingplatz Piani di Clodia in Lazise.

Anreise von Deutschland nach Lazise

Wir starten in Landsberg, über Garmisch Partenkirchen, Zirler Berg, Brenner und landen letztendlich in Lazise. Da wir gerne die Zeit nutzen, wenn die Kinder schlafen, fahren wir oft nachts los und schauen wie weit wir kommen. Diesmal sind wir in einem Rutsch, inkl. kurzer Tank- und Vignettenpause innerhalb von knapp 5:30 Stunden um kurz nach Mitternacht am Campingplatz angekommen. Dort wurden wir direkt von einem netten Angestellten empfangen, bei dem wir unseren Personalausweis abgaben. Wir durften uns dann auf den angrenzenden Parkplatz stellen, bei dem es sogar Strom zum Anstecken gab. In dieser Nacht waren wir die einzigen die vor den Toren des Platzes übernachtet haben.

Kosten (Stand Mai 2019):

10-Tages-Vignette Österreich = 9,20 Euro
Brennermaut = 9,50 Euro
Italien Maut für Auto und Wohnwagen = 22,50 Euro (nach Italien) bzw. 21,30 Euro (zurück nach Deutschland)

Mautgebühren von Deutschland bis nach Lazise – Hin- und Rückreise gesamt: 72,00 €

Hinweis: Wer die Rückreise über Garmisch zurück legen möchte, sollte beachten dass der Zirler Berg nicht mit Gespann bergauf befahren werden darf!

Ankunft und Platzssuche auf dem Piani di Clodia

Der nächste Morgen: An der Eingangsschranke sprach uns ein netter Mitarbeiter direkt auf Deutsch an, fragte nach unserem Vorhaben, ob wir Tiere hätten (nein) und nach unserem Kennzeichen, welches er auf einem Zettel notierte. Dann ging es mit dem Golf Car los. Eine große Suche gab es allerdings nicht, da wir ja bereits wussten, dass wir direkt auf einen Stellplatz in der Nähe des Spielplatzes wollten. Wir waren uns sofort einig und erhielten einen Zettel mit dem gewünschten Platz, welchen wir dann bei der Anmeldung abgeben konnten.

Anmeldung am Campingplatz

Hier lief alles ganz unkompliziert und schnell ab. Am Ende gingen wir mit einer Menge Broschüren und Heftchen raus. Jeder von uns erhielt ein Stoffarmband mit Chip, „Papierausweise“ und einmalig´eine Karte für die Autoschranke. Den Chip am Stoffarmband benötigt man übrigens, um durch die Türschranken beim Strandausgang zu gelangen. Leni hat sich ziemlich daran gestört, da es für so einen kleinen Kinderarm etwas überdimensioniert war. Sie hätte aber auch ohne rumlaufen dürfen. Wir haben einfach den Chip entfernt, so dass sie nur noch das Stoffbändchen trug. Bei Felix haben wir später mit Edding unsere Platznummer auf den Chip geschrieben – falls er mal verloren gehen sollte.

Unser Stellplatz auf dem Campingplatz

Insgesamt gibt es (Stand Mai 2019) fünf verschiedene Stellplatz Kategorien auf dem Platz

Piazzole Standard = 10 Ampere
Piazzole Premium Classic = 10 Ampere , Wasser und Abwasser
Piazzole Premium Plus = 16 Ampere, Wasser und Abwasser
Piazzole De Luxe = 16 Ampere, Wasser, Abwasser, DVB-T und WLAN inklusive
Piazzole Leading = 16 Ampere, Wasser, Abwasser, DVB-T, eigenes Bad und WLAN inklusive
sowie zahlreiche Mobilheime und Villen in allen möglichen Ausführungen

 

Diesmal war uns die Kategorie ziemlich egal, wichtig war nur die Nähe zum Spielplatz: D23, Piazzole Premium Classic. Die Straßen haben alle Namen und „Symbole“. Perfekt für Kinder die noch nicht lesen können. Wir standen in der „Hummer-Straße“, was Felix das ein oder andere Mal beim Zurück-Finden durchaus geholfen hat. Unser Stellplatz war ausreichend groß, so dass Wohnwagen, Markise und Auto locker Platz gefunden haben und wir nach vorne noch grüne Wiese hatten. Ich schätze mal, dass wir ca. 90 qm zur Verfügung hatten. Zum Sanitärhaus waren es keine 50 Meter und der Spielplatz war 20 Meter entfernt. Die Straße war geteert und in einem guten Zustand.

 

Um diese Jahreszeit war der Untergrund noch schön grün und saftig, mit den üblichen „Druckstellen“. Und so wie es auf jedem Platz ist, gibt es sonnigere und schattigere Plätze – wir hatten von beidem etwas, also genau die richtige Mischung.

 

Sanitärgebäude auf dem Piani di Clodia

Uns sind bei der Suche nach einem Campingplatz besonders die Sanitäranlagen wichtig. Hier konnte der Campingplatz – besonders bei den Damen – durchaus punkten. Neu, sauber, großzügig und modern. Die Gebäude waren alle sehr neu und auch architektonisch nicht zu verachten. Die Einheiten mit Toiletten und Duschen waren geschlossen und dementsprechend auch geheizt. Das war für unsere Reisezeit genau richtig. Kritikpunkt: Die Schiebetüren. Ich weiß nicht nach welchen Vorgaben diese eingestellt wurden. Allerdings war es teilweise etwas nervig, da sich die Türen nicht immer sofort öffneten und man ein wenig wie Falschgeld davor stand und sich vorsichtig bewegte, in der Hoffnung sie öffnet sich bald. Für uns als Erwachsene ist das zwar nervig, aber wir wissen uns zu helfen. Schwieriger war es für unseren Sohn. Bei ihm hat sich die Tür zum Kinderklo teilweise gar nicht geöffnet, wenn er alleine davor stand.

Vom Design her unterscheiden sich die zahlreichen Sanitäranlagen. Unseres war rund angeordnet und mit stilvollen Holzfliesen designed. Die Duschen waren alle geräumig, mit einer Tropendusche sowie Waschbecken, zwei Hacken, Spiegel und Steckdose. Allerdings war es unter der Dusche relativ finster, eine zusätzliche Beleuchtung wäre schön gewesen. Ein weiterer kleiner Kritikpunkt ist die Einstellung der Temperatur. Der „Drehknopf“ hierfür ließ sich sehr schwer, teilweise gar nicht drehen. Um einem unnötigen Wasserverbrauch entgegen zu wirken, sind die Duschen mit Druckknöpfen ausgestattet. Ein Duschintervall dauert 20 Sekunden und ist völlig in Ordnung.

Wie stark der Durchlauf in der Hochsaison ist kann ich leider nicht beurteilen, aber bei uns im Mai hat man kaum jemanden gesehen. Etwas verwirrend war teilweise, dass es nicht immer direkt erkennbar bzw. durschaubar war, was sich hinter der Tür verbirgt: Dusche, Toilette oder nur Waschbecken? Eine Beschriftung o.Ä. würde hier sicherlich nicht schaden.

Private Badezimmer (im Keller) gibt es natürlich auch und kosten in der Hochsaison 25,00 € pro Tag.

Kindersanitär überzeugt auf dem Piani di Clodia

Pro Sanitär gibt es auch jeweils ein Babybad mit Wickelunterlage und Babybadewanne. Für die größeren Kids sind die Toiletten und Duschen mit verschiedene Themenwelten, ganz viel Liebe zum Detail und Räume, die einfach schön zum Anschauen sind, gestaltet. Ich muss zugeben, so eine „Thementoilette“ hat auch für uns Erwachsene ihren Reiz. Wir haben unseres liebevoll „Bauernhofklo“ genannt. „Mama ich geh eben aufs Bauernhofklo“.  Aber Bilder sagen mehr als tausend Worte:

Abwaschen und Waschen in den Sanitärgebäuden

Die Abwaschstellen sind – meistens – im Keller der Sanitäranlagen, welche man über die Treppen erreicht. Es gibt einen Aufzug, welcher allerdings nur mit einem Schlüssel funktioniert. Auch hier ist alles in einem besonders guten Zustand, mit genügend Platz zum Abtropfen und Abspülen. Wie so oft fehlen aber auch hier an dem einen oder anderen Spülbecken die Stöpsel. Leute, mal ehrlich? Was macht ihr damit bitte, dass die immer verschwinden?

Wer keine Lust auf Abspülen hat oder keinen fleißigen Mann hat 😉 der kann auch den Geschirrspüler nutzen. Kostenpunkt: 1,00 € (Allerdings nur in den Waschhäusern 5, 6 und 7).

In so gut wie jedem Waschhaus gibt es auch Waschmaschinen, welche mit Münzen von der Rezeption laufen. Eine Waschmaschinen- sowie Trocknermünze kostet jeweils 5,00 €.

Spielplätze für Groß und Klein auf dem Piani di Clodia am Gardasee

Wie schon erwähnt, wollten wir einen Stellplatz in der Nähe des Spielplatzes, damit unsere Kids einfach los können wann immer sie wollen. Wir entschieden uns für den größten und – wie ich finde – auch schönsten Spielplatz auf dem Platz (Öffnungszeiten von 9.00 bis 22.30 Uhr). Eine große Anlage im Sand machte sichtlich allen Kindern viel Spaß. Leider gab es nur eine einzige Schaukel, welche eine Babyschaukel war. Das war ein bisschen schade, aber man kann ja nicht alles haben. Direkt angrenzend war die Kinderanimation, welche sechs Tage die Woche vormittags wie nachmittags Programm mit den Kids machen. Von Salzteig, über Minigolf bis hin zu Kinderschminken ist alles dabei.

 

Das Highlight für Leni war allerdings die kleinen Mini-Trampoline die in eine Hügellandschaft integriert wurden. Der Boden war aus einem Spielplatzgummibodenbelag, der richtig schön weich und stoßdämpfend ist. Leni konnte auf denen im Boden eingelassenen Trampolinen eeeewig hüpfen 😉

Verteilt auf dem Campingplatz gab es noch weitere, aber kleinere Spielplätze – auch in den Mobilhome-Einheiten. Aber da wir unseren Traumspielplatz vor der Tür hatten, waren wir dort eher weniger.

Im Prospekt ist noch die Rede von der Fun Academy – die wir aber nicht genutzt haben. Was genau dahinter steckt, kann ich euch leider nicht erzählen.

Pools und Poolanlagen auf dem Piani di Clodia

Sieben Pools. Für Groß und Klein. Anfang Mai waren hingegen nur die unteren zwei Pools geöffnet. (Öffnungszeiten je nach Saison von 10.00 Uhr – 19.00 Uhr). Laut Rezeption sind diese nicht beheizt, aber erwärmt. Ich fand sie ziemlich frisch – dementsprechend wenig war auch los. Unglaublich viele Liegen zieren das Bild des Pools. Für die Kinder ist aber einiges geboten. Vom Kleinkindbecken, über tiefere Becken bis hin zu Rutschen aller Größen und Formen.

Strand am Piani di Clodia

Wer auf der Suche nach einem Strandurlaub ist, der wird einer Meinung nach ziemlich enttäuscht. Zum einen ist der Zugang zu den zwei kleinen Strandabschnitten ziemlich lang und steil. Zum anderen sind die zwei „Strände“ bzw Strandabschnitte sehr klein, steinig und nicht unbedingt das was man vielleicht erwartet. Zumal andere Campingplätze in der Nähe mit einem richtigen Sandstrand punkten können. Beim oberen Strandabschnitt gibt es kostenlos Liegen und auch einen Bootsverleih. Hier darf man nämlich auch ohne einen Bootsführerschein ein Boot mieten und fahren. Eine Boje fürs eigene Boot kann gemietet werden. (8€ / 15€ / 20€)  Ansonsten können wir nicht viel darüber berichten, weil das Wasser Ende April/Anfang Mai noch sehr frisch war.

Supermarkt und Einkaufsmöglichkeiten auf dem Piani di Clodia

Ein netter Supermarkt hat alles was man so braucht. Täglich frische Semmeln, Käsetheke, Wursttheke, nettes Personal. Gemüse und Obst sucht man dort aber lange. Nach längerem Umherirren hab ich das – nicht mehr so gut aussehende – Obst und Gemüse im Bazar unterhalb des Supermarktes gefunden. Das hat leider nicht wirklich überzeugt und hier würde ich normal eher nichts kaufen.

Gastronomie & Mobilheime

Haben wir nicht getestet und können daher keinen Senf dazu geben. Aber ein paar Bilder hab ich trotzdem:

Rad fahren am Gardasee

Ausflug nach Lazise: Mit dem Rad? Lasst es lieber bleiben. Es gibt teilweise keinen richtigen Weg. Wir mussten unser Fahrrad durch einen Sandstrand schieben, teilweise sogar durchs Wasser. Felix hat es ein paar mal mit seinem Radl richtig hingelegt. Oben an der Straße gibt es keinen Fahrradweg o.Ä. und man fährt mitten auf der Straße, auf der die Autos 100 km/h fahren.

Ausflug nach Peschiera del Garda: Hier war es meiner Meinung nach schon um Welten besser. Unten ging durchweg ein Weg, mal breiter, mal weniger breiter, aber durchaus fahrbar. In der Hochsaison möchte ich dort allerdings nicht fahren, da dann die Wege wahrscheinlich einfach zu eng für die hohe Anzahl an Passanten ist.

Sonstiges:

  • Das WLAN ist meiner Meinung nach viel zu teuer. Mal ganz davon abgesehen, dass man bei einem 5-Sterne-Campingplatz davon ausgehen könnte, dass es inklusive ist (5h = 5 Euro, 12h = 9 Euro, 24h = 15 Euro)
  • Die Minigolfanlage war wirklich sehr schön, aber leider nicht inklusive. Erwachsende 7 Euro, Kinder ab 5 Jahren 4 Euro.
  • Hunde sind auf dem Platz angeleint erlaubt
  • Eine Spätabreise war möglich – wir sind abends um 18.00 Uhr abgereist. Für unseren letzten Tag mussten nur noch die Personengebühren bezahlt werden.

Fazit zum Piani di Clodia

Ein rundum schöner und gepflegter Campingplatz am Gardasee, der seine 5-Sterne unserer Meinung auch verdient hat. Wir haben Anfang Mai für 3 Übernachtungen sowie Spätabreise für zwei Erwachsende und zwei Kinder (2 & 4 Jahre) insgesamt 130,60 Euro gezahlt. Pro vollen Tag kommen wir mit 15 Euro für den Platz, 6,20 Euro pro Erwachsener und 3,90 € pro Kind auf insgesamt 35,20 Euro. In der Hochsaison hätte uns der gleiche Platz pro Tag 95,90 Euro gekostet. Eine Summe, die wir uns für einen Sommerurlaub nicht leisten könnten. Zumal mir dafür zu sehr das Strand-Feeling fehlen würde.

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